Dienstag, 15. August 2017

Kasachstan



Kasachstan habe ich auf zwei verschiedene Weisen erlebt. Die Reise von Nord nach Sued, Astana bis Almaty, mit einem Freund, auf der wir viele schoene und diverse Nationalparks besucht haben und fast ausschliesslich campen waren.
Zum anderen die Reise mit meiner Schwester von Ost nach West, Almaty bis Aktau, die ueberwiegend aus heisser, schattenloser Steppe, aber dafuer sehr viel Gastfreundschaft der Menschen bestand.



In Astana entdecken wir, ganz unerwartet, viele moderne Prunkbauten, bunt nebeneinandergestellt. Almaty wirkt dagegen wie ein grosses, gruenes Dorf, die Berge im Hintergrund. 

Astana

Astana

Wir reisen zum Mallorca Kasachstans, Bajarnaul, doch neben dem Partystrand gibt es viel Ruhe am anderen Seeufer und in den Bergen. Auch Karkaraly ist sehr gruen und bergig.
Unterwegs werden wir zum Nationalgericht Kurdak, Kartoffel mit Pferdefleisch eingeladen und probieren Kumis, vergorte Stutenmilch, die hier alle lieben.
Unweit von Almaty liegen die Kolsai Seen. Waehrend wir bisher viel Sonnenschein hatten gab es dort ein heftiges Gewitter. Doch als danach wieder die Sonne hervorkommt, taucht sie alles in ein wunderschoenes Licht und der Regen hinterlaesst kleine Baechlein auf der Wiese, was die Pferde geniessen. Und wir auch.
Ganz in der Naehe und doch komplett andere Natur sehen wir bei Charyn. Wir trampen die Schotterstrasse entlang bis sich vor uns ein grosser, bunter Canyon auftut. Wir erklettern unsere Route nach unten und kommen an einen kalten, aber erfrischenden Fluss. Tagsueber sind hier zwar viele Touristen, aber in der Fruehe geniessen wir die Ruhe. Unsere lokalen Camping-Nachbarn laden uns zum Abendessen ein und es wird eine lustige Runde.
In den Altyn-Emel Park duerfen wir als Tramper und Wanderer nicht hinein, aber wir finden unseren Weg zu farbenfrohen, ausgewaschenen Bergen.


Barjanaul
Kolsai Lakes
Sun after heavy rain
Charyn Canyon
Charyn Canyon. The green spot is where the river is



On the road and on the way to camping
Camping in Altyn-Emel Park

Die Zeit verfliegt, Reha geht und Julia kommt. Nach einem kurzen Spaziergang nach Kirgistan, um mein Visum zu erneuern, ziehen wir weiter.
Wir ziehen nach Otrar, eine Ruinenstadt, die unter anderem von Gengis Khan zerstoert wurde. Und Turkestan, eine Pilgerstadt mit schoenen Mausoleen und Moscheen. Und man merkt, dass in dieser Ecke, Religion und Tradition eine viel groessere Rolle spielen, als im Osten des Landes, wo diese im oeffentlichen Leben kaum auffallen. Und wohl auch damit verbunden erfahren wir viel Gastfreundschaft und werden oefter fuer die Nacht aufgenommen; von einem alten russischen Paerchen, das redet und erzaehlt, ohne dass wir verstehen; von einer verwitweten Englischlehrerin, die uns lecker bekocht und bebackt, und von Nurbol, der uns auf ein schnelles Essen ins Cafe seines Bruders mitnehmen will und uns dann die ganze Stadt Kysylorda zeigt.
Aber wir stellen auch fest, dass die Menschen dort schwer einzuordnen sind und entweder ueberaus froehlich und freundlich sind oder ihr launigstes Gesicht aufsetzen wenn wir ihren Laden oder Cafe betreten und sie wegen uns ja nun arbeiten muessen.

Mausoleum in Turkestan
Steppe
Graveyard
Hitchhiking

In Aralsk wollen wir die Schiffe im alten Hafen des ausgetrockneten Aralsees anschauen, doch die wurden als Altmetall nach China verkauft; und so hat Aralsk seine einzige Touristenattraktion verscherbelt.
Fuer die lange Strecke bis nach Beney nehmen wir einen Zug, um etwas mehr Zeit fuer uns zu haben und geniessen es. Ganz im Westen gibt es schoene Kalkplateaus; das Valley of Balls mit grossen, runden Steinen, ueber deren Ursprung spekuliert wird und das Kaspische Meer. Etwas mehr Natur und Abwechslung. Und statt vergorener Stutenmilch gibt es Kamelmilch, die aber immer noch vergoren ist und schmeckt.
Die letzten Tage verbringen wir in Aktau bis ich Julia am Flughafen verabschiede und mich auf in Richtung Usbekistan mache.
Old Harbour and old sleighs that were found in the dry lake
Streets of Aralsk

On the Train
Plateau

The balls of the valley of balls

English Version:

I experienced Kazakhstan in two different ways. The journey from north to south, Astana to Almaty, with a friend, on which we visited many beautiful and diverse national parks and were almost exclusively camping.
On the other hand the journey with my sister from east to west, Almaty to Aktau, which consisted mostly of hot, shadowless steppe, but experienced lots of hospitality.
In Astana we discover, quite unexpectedly, many modern and strange buildings. Almaty, on the other hand, feels like a big and green village, the mountains in the background.We travel to the Majorca of Kazakhstan, Bajarnaul, but beside the party beach there is a lot of peace on the other side of the lake and in the mountains. Also Karkaraly is very green and mountainous.On the way we get invited to the national dish Kurdak, potatoes with horse meat and try Kumis, fermented mares milk, which Kazakhs love. Not far from Almaty are the Kolsai lakes. While we had a lot of sunshine so far, there was a heavy storm. But when the sun came back she gave beautiful light, and the rain leaves small streams on the meadow, which the horses enjoy. And this is exactly where we put up our camp.Very close and yet completely different in nature we see at Charyn. We hitchhike along the gravel road until a large, colorful canyon opens up in front of us. We climb down and arrive at a cold, but refreshing river. During the day there are many tourists, but in the morning we enjoy the peace. Our local camping neighbors invite us to dinner and it turns into a fun night.We can not enter the Altyun-Emel Park as hikers and hitchhikers, but we find our way to colorful mountains.
The time flies quickly, Reha leaves and Julia comes. After a short walk to Kyrgyzstan to renew my visa, we move on.We move to Otrar, a ruin town destroyed by Gengis Khan. And Turkestan, a pilgrimage town with beautiful mausoleums and mosques. And you notice that in this corner, religion and tradition play a much greater role than in the East of the country, where they are hardly noticed in the public life. And probably also connected with it we experience a lot of hospitality and are often invited for the night; From an old Russian couple who talks and tells, without us understanding; By a widowed English teacher, who cooks and bakes deliciously for us, and by Nurbol, who wants to take us to his brother's cafe for a quick meal, and then shows us the whole town of Kysylorda. But we also realize that the people are difficult to classify there and are either extremely cheerful and friendly, or put on a lousy face when we enter their shop or cafe cause they now have to work because of us.
In Aralsk we want to see the ships in the old port of the dry Aral Sea, but these were sold as scrap metal to China; And so Aralsk lost its only tourist attraction.
For the long distance to Beney we take a train to have a little more time for us and enjoy it. There are beautiful limestone plains in the west; The Valley of Balls with large round stones, whose origin is still a mystery and the Caspian Sea. A bit more nature and variety. And instead of fermented mares milk, there is camel milk, which is still fermented and tastes like it.
The last few days we spend in Aktau until I leave Julia at the airport and make my way to Uzbekistan.
 

Mittwoch, 28. Juni 2017

Oman

Oman - der Klang des Landes war von Anfang an anziehend. Und als ich von der Möglichkeit gehört hatte dort für ein Semester an der Deutschen Uni zu arbeiten, wollte ich dies unbedingt tun. Nun sind 7 Monate Aufenthalt vorüber. Und immer noch ist der Oman anziehend, weil er so viel zu bieten hat. Ein wunderbares, angenehmes und überaus freundliches Volk und genauso schöne und vielfältige Natur. Inmitten beider fühle ich mich sehr wohl.
Fruit along the road
Young Baobab Tree
Es gibt unzählige Wadis zu entdecken durch die man Wandern und Schwimmen kann. Die Wüste mit ihren roten Sanddünen und besonders klarem Sternenhimmel. Berge und Schluchten die besonders im heissen Sommer von bis zu 50 Grad Celsius ein bisschen Kühle spenden. Und Sandstrände mit Palmen und Bergen im Hintergrund mit wunderschön blauem Meer, das in der Nacht zu einem zweiten Sternenhimmel wird. Denn man findet Leuchtplankton, das auf Berührung reagiert und zu leuchten anfängt, so dass Schwimmen in der Nacht zu einem magischen Erlebnis wird. Große Schildkröten legen dort ihre Eier und frischgeschlüpfte kämpfen sich aus dem Sand bis ins Meer. Delfine und fliegende Fische lassen sich über der Oberfläche sehen. Kamele, Esel und Ziegen wandern mit die Straße entlang. Inseln und Exklaven, Kamelrennen und Stierkämpfe.

Sand dunes of Wahiba Sands

Dune Bashing
Ras Al Hadd


Während dies das Wochenendprogramm war bestand der Alltag aus anderen Dingen. Bei der Arbeit an der Universität musste ich mich etwas an die Inshallah-Mentalität gewoehnen, das heisst Dinge werden erledigt, wenn sie eben erledigt werden. Aber stattdessen die Ruhe zu haben zwischendurch leckeren, würzigen Karaktee zu trinken und Datteln zu essen. Im Gang den Jungs zuzuhören wie sie darüber schwerzen wie teuer omanische Mädels seien und dabei noch nicht mal kochen koennen. Und die Mädels beteuern, dass sie das Wert sind und sehr wohl kochen koennen. Während 100 km weiter in Nizwa, das mit dem Heiraten noch sehr traditionell ablaeuft. Typisch Omanisches Essen zu probieren, das aber immer wieder nur aus Reis und Fleisch besteht. Nebenher etwas arabisch lernen, das aber schwer zu erproben ist, da im Supermarkt, in den Restaurants oder auf dem Souk nur Inder, Pakistanis und Bangladeshi zu sehen sind, die all die niederen Arbeiten erledigen. Ganz viel auch auf Baustellen. Denn überall wird gebaut und der Oman entwickelt sich sehr schnell. Das ist vor allem Seiner Majestät Sultan Qaboos zu verdanken, der gerade zu Beginn die Infrastruktur, Schulen und Krankenhäuser bauen liess. Und deshalb ist er verständlicherweise in der gesamten Bevölkerung sehr beliebt.

German University at the National Day, picture of Sultan Qaboos
Opera House Muscat
Animal Market, Nizwa

Animal Market, Nizwa
Durch das Zusammenleben mit den vielen anderen Interns wurde mir bewusst, wie sehr ich es geniesse vertraute Menschen um mich zu haben. Und damit haben sich die Gegensätze aufgetan, dass ich es liebe fern von allem Bekannten zu sein und Neues zu entdecken und gleichzeitig mit vertrauten Freunden und Familie Zeit zu verbringen und zu lachen. Umso mehr hat es mich gefreut, dass fast meine ganze Familie und auch Freunde mich unabhängig voneinander besucht haben und ich, trotz fern der Heimat, Zeit mit ihnen verbringen kann.
Zahri is visiting
Weekendtrip to the Mountains, Sleeping spot
Jabal Al Akhdar
Maren is visiting, Jabal Shams
Hiking at Jabal Shams

Über die Weihnachtszeit (die hier natürlich nicht existiert) habe ich mich trampend auf den Weg nach Salalah, 1000 km südlich von Muscat, gemacht. Durch die Wüste in den Süden und entlang der Küste wieder zurück.
On the Road
Fisher Town near Salalah

Ich verbringe zwei Nächte in der Wüste, von der ich nicht genug bekommen kann. Ganz besonders die Rub al-Khali, die größte Sandwüste der Welt, die sich über die arabische Halbinsel zieht und auch bis in den Oman reicht. Bei Sonnenuntergang komme ich in der Nähe eines kleinen Dorfes nahe der Saudi-arabischen Grenze an und laufe in die Dünen. Hier verbringe ich Heilig Abend. Diesmal ganz anders als sonst, ganz unweihnachtlich. Am Sternenhimmel suche ich mir meinen Stern von Bethlehem und verfolge ihn in Gedanken bis zur Krippe. Ich habe Zeit über die Bedeutung von Weihnachten nachzudenken und verbringe den Abend mit meinem Vater im Himmel.
Am nächsten Morgen laufe ich zurueck und werde vom Militärturm aus gesehen und die Soldaten fahren mir entgegen, um mir Hilfe anzubieten. Sie begleiten mich, um die Kamelfarm anzuschauen und ich bekomme Kamelmilch zum Trinken, gefolgt von meinem üppigen Frühstück auf der Militärstation. Danach ziehe ich weiter Richtung Salalah, die gruene Stadt des Suedens, die im Winter aber auch nur braun und trocken ist.

Sultans Camp in the desert
Heilig Abend
Camel Farm

Am Strassenrand bei Ash Shuwaymiyyah campe ich, nachdem ich dort endlich von einen jungen Omani abgesetzt worden bin. Er wollte mir unbedingt helfen und mich mitnehmen, war aber etwas paranoid vor dem Dorfklatsch. Mit einer Frau im Auto gesehen zu werden könnte ihn in ein schlechtes Licht stellen, und er möchte ja noch heiraten. Weshalb ich mich immer ducken sollte, wenn ein Auto entgegen kam. Auch so lerne ich die Kultur kennen. 
Ein Beduine sammelt mich am selben Strassenrand wieder ein und fragt ob ich das Wadi dort gesehen habe. Auf mein ‚Nein‘ dreht er um, zeigt mir sein wunderschönes Wadi, kauft auf dem Rückweg Obst und Fisch und fährt auf seine Kamelfarm. Wir lassen uns nieder und essen die frischen Früchte. Er zeigt mir seine Kamele, die unter anderem als Renn-Kamele trainiert werden und nach dem Fischessen setzt er mich 5 Stunden später wieder an der Strasse ab.

Wadi Shab
Wadi Shab
At a Camel Race

Camel Race

Noch am selben Tag werde ich für die Nacht in das Dorf Sawqirah mitgenommen. Nicht lange und der Gemeinschaftsraum füllt sich mit Menschen die viel lachen und interessiert Fragen stellen, Menschen die mir sehr sympathisch sind. Ich werde für den nächsten Tag zu einer Feier eingeladen und bleibe bei Ihnen um dabei zu sein. Die Frauen machen sich und mich schick, mit traditioneller Kleidung und Maske. Im Haus des Gastgebers haben sich bereits sehr viele Menschen versammelt. Ich werde von den Frauen mitgeführt. In einem Zimmer und vor allem vor dem Haus ist alles gedrängt von Frauen und ich sitze mittendrin. Ich bin überwältigt davon wie viel Aufmerksamkeit mir geschenkt wird und wie sehr sie sich über meine Anwesenheit freuen. Der Gastgeber kommt vorbei und mir wird die Ehre zuteil ein Stück Kuchem mit ihm zu essen. Ich genieße die Freude und Lebhaftigkeit der Menschen dort.
Green Village
Going to the party in a traditional way
Dies sind nur einige Beispiele von unglaublicher Gastfreundschaft, die mir im Oman entgegengebracht wurde. Ich freue mich und bin dankbar für die Zeit und Möglichkeiten dieses Land zu erkunden und entdecken, Einblicke in das Leben und die Kultur zu haben und viele schöne Erinnerungen zu sammeln.
Und ich vermisse es schon.

Old ruins

Beehive tombs


English Version:

Oman - the sound of the country was attractive from the beginning. And when I heard about the opportunity to work there for a semester at the German university, I wanted to go. Now 7 months of staying there are over. And still, Oman is very attractive because it has so much to offer. Wonderful, pleasant and very friendly people and just as beautiful and diverse nature. In the middle of both I feel very well.
There are countless of wadis to discover through which you can go hiking and swimming. The desert with its red sand dunes and particularly clear starry night sky. Mountains and ravines that give a bit of cool especially in the hot summer of up to 50 degrees Celsius. And sand beaches with palm trees and mountains in the background with the beautiful blue sea, which becomes a second starry sky at night. For you can find luminous plankton, which reacts to touch and glow, so that swimming at night becomes a magical experience. Large turtles lay there their eggs and freshly hatched fight themselves out of the sand and into the sea. Dolphins and flying fish can be seen above the surface. Camels, donkeys and goats walk along the road. Islands and exclaves, camel races and bullfights.
While this was the weekend program, everyday life consisted of other things. When working at the university, I had to get used to the Inshallah mentality, which means things get done when they get done. And learning to have patience and instead drinking delicious, spicy Karak tea and eating dates. Listening to the guys in the hallway as they complain jokingly about Omani girls, who are so expensive and cannot even cook. While 100 km further in Nizwa, getting married happens still in a very traditional way. Trying typical Omani food, that somehow always consists of rice and meat. Learning a bit Arabic on the side, with difficulties to practice, since there are mostly Indians, Pakistanis and Bangladeshi working in the supermarkets, restaurants and on the souk. Quite a lot on construction sites also. Because everywhere are constructions as Oman is developing very fast. This is due to His Majesty Sultan Qaboos, who developed the infrastructure, schools and hospitals. And that is why He is loved throughout the country.Over the Christmas time (which does not exist here, of course), I hitchhiked to Salalah, 1000 km south of Muscat. Through the desert to the south and along the coast back north again.
I spent two nights in the desert, of which I can not get enough. Especially the Rub al-Khali, the largest sand desert in the world, which stretches across the Arabian Peninsula and extends to Oman. At sunset, I arrive near a small village near the Saudi Arabian border and run into the dunes. Here I spend Christmas Eve. This time quite different from usual, quite unchristmasy. In the night sky, I find my star of Bethlehem, and follow it to the crib. I have time to think about the meaning of Christmas and spend the evening with my father in heaven. The next morning I was spotted by the military tower and the soldiers are coming to meet me. They accompany me to watch the camel farm and I get camel milk for drinking, followed by breakfast at the military station. Then I continue towards Salalah, the green city, which is still brown and dry in winter time.
At the edge of the road at Ash Shuwaymiyyah, I camp, after I was left there by a young Omani, who really wanted to help me and take me along. But was somewhat paranoid of the village gossip. To be seen in a car with a woman could put him in a bad light and he still wants to marry. That led to me having to hide everytime another car passed. Also a way to get to know the culture.
A bedouin is picking me up on the same road. He asks if I have seen the Wadi there, and with my 'No' he turns around and shows me his beautiful Wadi, buys fruit and fish on his way back, and drives to his camel farm. We rest and eat the fresh fruits. He shows me his camels, which are trained as racing camels, and after the fish dinner he left me again by the side of the road.
On the same day I end up in the village of Sawqirah for the night. Not long and the common room fills with people who laugh and ask questions, people who are very pleasant to me. I am invited to a celebration for the next day and stay to join. The women make themselves and me pretty, with traditional clothes and mask. In the house of the host lots of people have already gathered. In a room, and especially in front of the house, are sitting women everywhere and I am in the middle. I am overwhelmed by how much attention is given to me and how happy they are about my presence. The host shows up and I get the honor to share a piece of cake with him. I enjoy the joy and liveliness of these people here.
These are just a few examples of incredible hospitality that has been offered to me in Oman. I am glad and am grateful for the time and opportunities this country has to explore and discover, to have insights into life and culture and to collect many beautiful memories.

Freitag, 28. April 2017

Jordanien

Kaum habe ich den Grenzübergang hinter mir gelassen und bin an der großen Straße angekommen, hält schon ein Auto an. Das Fenster offen und herausgelehnt fragen sie woher ich komme und ob ich mit möchte. Als die Antwort Deutschland ist waren sie erfreut. Denn Antias ist nach Deutschland ausgewandert und gerade auf Heimatbesuch. Obwohl ich meinte ich will erst mal meinen Bruder und seine Frau treffen, die am Flughafen angekommen sind, war es unmöglich für sie mich nicht nach Hause einzuladen, zu kochen und gemeinsam zu essen. Danach sind wir gemeinsam zum Treffpunkt gefahren und haben noch gewartet, denn den beiden ging es ähnlich und sind selbst eingeladen worden. Bei Freunden von Antias sind wir für die Nacht untergekommen und haben volle Gastfreundschaft erfahren und die ruhige Zeit zum Austauschen und Erzählen genutzt.


beautiful Jordan
Hospitality


Diesmal mit einem Mietauto unterwegs, klappern wir in Amman, Ajloun und Jerash Ruinen ab. Vom Berg Nebo lassen wir unsere Blicke, wie Mose damals,  über das Jordantal und das Heilige Land schweifen. In Madaba entspannen wir in heißen Quellen mit heißen Wasserfall-Massagen. Im Roten Meer tauchen wir mit Fischen und erforschen Korallenriffe und gesunkene Panzer. Überm Toten Meer schauen wir der Sonne beim Untergehen zu. 


Jerash
Nymphaeum, Jerash
Hot Waterfall, Madaba
Red Sea
Dead Sea
Dead Sea


Das Wadi Rum ist eine wunderschöne Sandwüste mit aufragenden Felsen. Wir wählen die Wanderroute an Felsformationen entlang, aber scheinen damit die einzigen zu sein. Stattdessen werden wir von Touri-bepackten Jeeps und trabenden Kamelen überholt. An einer kleinen Quelle, an der sich schon Lawrence von Arabien erfrischt hat, lassen wir uns von einem Bedouinen überreden in sein Camp mitzukommen. Mit vollen Essenstüten stapfen wir durch den Sand und kommen erschöpft aber glücklich an. Rechtzeitig, um noch die letzten Sonnenstrahlen zu genießen und zuzuschauen wie sich das Abendrot allmählich in einen wunderschönen Sternenhimmel verwandelt. Die Bedouinenzelte verlieren ihren Reiz neben dem warmen, roten Sandstein und ich schlage mein Nachtlager auf einem Felsvorsprung auf, was zu einem meiner bisher schönsten Schlafplätze wird.


On the way to the camp, Wadi Rum
Wadi Rum
Und dann das berühmte Petra, die Felsenstadt. Die rote Fassade des Schatzhauses ist bekannt; aber dass sich hinter dem Namen eine so weitlaufende ‚Stadt‘, zugänglich durch Schluchten, dahinter verbirgt war mir nicht bewusst. Abgesehen von den wunderschönen, in roten Sandstein gehauenen Fassaden, hat mich das Farbspiel am meisten beeindruckt. Das Farbspiel und die Muster des Gesteins an den Decken und Wänden scheint unnatürlich kräftig und schön.


Entrance to Petra
The Treasury, Petra
Colors and Patterns
Colors and Pattern at Petra


Zurück in Amman, wieder aufgenommen von einer überaus gastfreundlichen Familie, verabschiede ich meinen Familienbesuch. Ich selbst bleibe noch ein paar Tage und möchte auch in Jordanien das Trampen austesten und beschließe die östlichste Straße durch die Wüste zu ziehen.  

Obwohl es schon langsam dunkel wird und ich mich noch im Großstadtmagneten Amman befinde, ist es einfach mitgenommen zu werden. Nicht nur für die Fahrt sondern auch für die Nacht.

Im Osten durchstreife ich Azraq, kaufe 10 Liter Wasser, um es eine Weile in der Wüste auszuhalten und ziehe weiter Richtung Süden. Hier ist kaum Verkehr bis auf einige LKWs die nach Saudi Arabien fahren.

Nicht lange und mein LKW wird von der Polizei angehalten. Eine Straßenkontrolle bei der auch ich kontrolliert werde; der Beginn einer langen Nacht.

Ich erkläre, dass ich in der Wüste campen möchte und am nächsten Tag weiter in die sichere Stadt ziehe und auch, dass ich freiwillig mit dem LKW-Fahrer mit bin. Der arme durfte auch erst Stunden später gehen und hat bestimmt keine Lust mehr in Zukunft Tramper mitzunehmen. Nach einigen Erklärungen und Telefonaten, und möglichen Schlafplatzerkundungen in der Umgebung, durfte ich gehen. Aber da es schon dunkel wurde und ich nicht gerne am Straßenrand schlafe, haben wir uns darauf geeinigt, dass ich auf dem Dach der Polizeistation nächtigen kann. Doch ich hätte gehen sollen, denn während der zunächst ruhigen Lage und einem entspannten Abendessen mit der kompletten Crew hingen immer noch zwei Polizeibosse mit ihren Ohren an vier Handys. Und es kamen mehr und höher rangierte Polizisten an, weil keiner eine Entscheidung fällen wollte, was denn nun mit mir passiert. Meine Zureden und Überzeugungsversuche sind gescheitert. Bis die Polizei aus Amman angefahren kam und mich mitgenommen hat. 12 Stunden später wurde ich letztendlich in einem billigen Hostel in der Innenstadt abgesetzt, wo ich die letzten beiden Tage durch die Stadt gestreift bin.
 





English Version (Google Translated):

As soon as I left the border crossing behind me and arrived at the main road, a car already stopped. Window down they asked where I come from and where I would like to go. When the answer was Germany they were delighted. For Antias had been moved to Germany and is on a visit in his home country. Although I wanted to meet my brother and his wife, who arrived at the airport, it was impossible for them to not invite me into their home, cook and eat together. Afterwards we went together to the meeting place and waited, because my brother had the same experience and got invited. We stayed with friends of Antias for the night, enjoyed Jordanian hospitality and the relaxing time to update and telling stories.
This time with a rental car, we visited ruins in Amman, Ajloun and Jerash. On top of Mount Nebo, we enjoyed the view of the Jordan Valley and the Holy Land, just like Moses back then. In Madaba we relaxed in hot springs with hot waterfall massages. In the Red Sea we dived with fish and explored coral reefs and sunken tanks. And we watched the sun setting at the Dead Sea.
Wadi Rum is a beautiful sand desert with towering rocks. We chose the walking route along rock formations, but seem to be the only ones. Tourist-packed jeeps and trotting camels are passing. At a small spring, where Lawrence of Arabia already got refreshed, we are persuaded by a Bedouin to stay at his camp. With full foodstuffs we trudge through the sand and arrive exhausted but happy. Just in time to enjoy the last rays of the sun and watch the sunset turn into a beautiful starry sky. The Bedouin tents lose their charm next to the warm, red sandstone and I make my bed on a ledge, which becomes one of the most beautiful sleeping spots so far.
And then there is famous Petra, the town carved in rocks. The red façade of the treasury is well-known; but I was not aware that behind the name Petra is a spacious 'city', accessible through gorges. Apart from the beautiful facades, carved in red sandstone, the play of colors impressed me the most. The colors and the patterns of the rock on the ceilings and walls seem unnaturally bright and beautiful.
Back in Amman, again hosted by a wonderful family, I say goodbye to my brother. I myself am staying a few more days, and want to hitchhike along the easternmost road through the desert.
Although it is slowly getting dark and I am still within the big city magnet Amman, it is easy to get a ride and a shelter for the night.
In the east, I roam Azraq, buy 10 liters of water to stay a while in the desert and continue heading south. There is hardly any traffic except for some trucks going to Saudi Arabia.
Not long and my truck is being stopped by the police. A roadside check that is also checking me; this is the beginning of a long night.
I explain that I would like to camp in the desert and continue the next day to the safe city and also that I went freely with the truck driver. The poor driver was only allowed to go hours later and certainly won’t stop for hitchhikers again. After more explanations, phone calls and checking out possible sleeping spots near the police station, I was allowed to go. But since it was already dark and I don’t like camping on the roadside, we agreed that I could stay on the roof of the police station. Though I should have left, because during the seemingly quiet situation and a relaxed dinner with the crew, two police bosses were stuck with four mobile phones to their ear. More and higher ranked police officers came, because no one wanted to make a decision about what to do with me. My persuasions and convictions have failed. So the police from Amman came and took me with them. 12 hours later, I was finally left at a cheap hostel in the city center, where I spent the last two days wandering through the city.